• Letztes Update:   14. Juni 2017

Der Landkreis Saalekreis sucht ab sofort Integrationslotsen. Vielleicht kennen Sie Personen, die sich ehrenamtlich engagieren m√∂chten oder dies bereits tun. Der Landkreis Saalekreis plant zuk√ľnftig Fortbildungsangebote und die Begleitung ehrenamtlich Engagierter zu organisieren.


Voraussetzungen f√ľr die Arbeit als Integrationslotse

Allgemeing√ľltige Kriterien f√ľr die Eignung als Integrationslotse k√∂nnen und sollen nicht aufgestellt werden. Jedoch sind die Weltanschauung, die Anerkennung der rechtsstaatlichen Grundlagen und einige Kompetenzen f√ľr diese Art des ehrenamtlichen Engagements von notwendigem unsch√§tzbarem Wert. Dazu z√§hlen neben Deutsch- und Fremdsprachenkenntnissen, Ortskenntnis und Kontakten vor Ort nat√ľrlich Zeit und die Bereitschaft sich aktiv zu engagieren. Aufgeschlossenheit gegen√ľber anderen Kulturen, Offenheit, Kommunikations- und Kontaktf√§higkeit, Empathie, Geduld und Frustrationstoleranz, aber auch die F√§higkeit, Distanz zu wahren sind wichtige soziale Kompetenzen f√ľr Integrationslotsen. Besondere Fachkenntnisse sind dagegen nicht erforderlich. Jeder Integrationslotse kann sich¬† entsprechend seiner ganz pers√∂nlichen Interessengebiete und besonderen Begabungen einbringen. Der gemeinsame Nenner f√ľr erfolgreiches Engagement der ILOS ist dabei in jedem Falle Begeisterung jedes einzelnen Integrationslotsen f√ľr seine eigene individuelle oder projektbezogene T√§tigkeit.

Schulung von Integrationslotsen

Als Arbeitsgrundlage bekommen die Integrationslotsen eine Fortbildung, die ihnen ihre Arbeit erleichtern soll.

Themenschwerpunkte sind hier zunächst

a)¬†¬†¬† Information √ľber die Aufgaben der Verwaltung

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll hier ein Einblick in das Verwaltungshandeln gegeben werden, das bestimmten Regeln und Normierungen unterliegt, die f√ľr Laien, von au√üen und insbesondere von Betroffenen, nicht immer zu verstehen sind. Des Weiteren soll den Lotsen ein erster √úberblick √ľber das Aufenthaltsrecht gegeben werden, da hier auf Seiten der ausl√§ndischen Migranten eine gro√üe Unkenntnis besteht. Den zuk√ľnftigen Integrationslotsen wird das Bildungs-¬† und Erziehungssystem dargestellt. Insbesondere werden die Notwendigkeit der Elternbeteiligung und die Anforderungen an das Elternhaus zur Mitarbeit herausgearbeitet. Mit Bezug auf das Handlungsfeld Bildung und Erziehung werden hier bereits m√∂gliche Aktivit√§ten von Integrationslotsen diskutiert.

b)    Soziale Sicherung

Die Teilnehmenden sollen hier √ľber die Regelungen des SGB XII und die Leistungen bzw. Leistungsvoraussetzungen des Sozialamtes zur sozialen Sicherung informiert werden. Dar√ľber hinaus bekommen sie einen √úberblick √ľber die Regelungen des Asylbewerberleistungsgesetzes. Des Weiteren wird hier √ľber die Regelungen des SGB II, des Arbeitslosengeldes II und des Sozialgeldes informiert werden (Eigenbetrieb f√ľr Arbeit ‚Äď Jobcenter Saalekreis). Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den F√∂rderma√ünahmen im Bereich Markt und Integration.

c)    Förderung der Interkulturellen Kompetenz

Ziel dieser Fortbildung ist es, den Teilnehmern Basiskompetenzen zur Beratungs- und Betreuungsarbeit zu vermitteln. F√ľr eine konstruktive Auseinandersetzung und einen sicheren Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Herkunftskulturen, sollen Wege und M√∂glichkeiten aufgezeigt und trainiert werden. Nach Abschluss der Fortbildung wird den Teilnehmern ein Zertifikat ausgeh√§ndigt, das sie als Integrationslotsen best√§tigt.

Die Schulungen werden evtl. erst zu einem sp√§teren Zeitpunkt durchgef√ľhrt, sind jedoch Pflicht f√ľr eine dauerhafte Aus√ľbung des Integrationslotsenfunktion.

Zur Aufgabe von Integrationslotsen (ILOS)

Integrationslotsen sind Menschen, die Migrantinnen und Migranten partnerschaftlich bei der Integration unterst√ľtzen. Sie sind Begleiter, Vermittler, Sprach- und Kulturdolmetscher. Integrationslotsen informieren √ľber Angebote und M√∂glichkeiten des Landkreises und stellen Kontakte zu Institutionen, Organisationen oder zu Beratungsorganisationen her. Die Einsatzm√∂glichkeiten von Integrationslotsen sind vielf√§ltig. Sie k√∂nnen alle Bereiche des √∂ffentlichen und z. T. auch des privaten Lebens von Zuwanderern erfassen (Bildung und Erziehung, Arbeit mit Eltern, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Begleitung zu Beh√∂rden / Institutionen, Gesundheitswesen, Engagement f√ľr und mit Senioren, Freizeitgestaltung u.a.m.). Sprachprobleme, Orientierungsschwierigkeiten, Unkenntnis, Unerfahrenheit, auch tradierte Normen und kulturelle Eingebundenheiten hindern Familien, Erwachsene und Kinder, an der gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an Bildung und Beruf. Zum Engagement der Integrationslotsen geh√∂ren damit vorrangig drei Pfeiler des Engagements. Zum einen z√§hlt dazu die Unterst√ľtzung, Beratung und Begleitung von Asylsuchenden und nicht dauerhaft aufenthaltsberechtigte Migranten im Landkreis Saalekreis. Daneben steht die Vermittlung zu den Einrichtungen im Landkreis. Schlie√ülich basiert die Arbeit der ILOS auf dem Schaffen von Begegnungen zwischen Migranten und einheimischer Bev√∂lkerung. Konkret begleiten ILOS die Migranten beispielsweise zu Beratungsstellen, Schulen, Kinderg√§rten oder √Ąrzten und unterst√ľtzen diese bei b√ľrokratischem Schriftverkehr. Sie informieren √ľber Angebote und M√∂glichkeiten im Landkreis, zum Beispiel √ľber Familienzentren oder Senioreneinrichtungen sowie √ľber Kultur-, Bildungs-, Sport- und Freizeitangebote und begleiten Migranten auf Wunsch dorthin. Dar√ľber hinaus engagieren sich¬† ILOS stark im schulischen Bereich, etwa in Form von Gespr√§chs- und Spielangeboten. Das T√§tigkeitsfeld der Integrationslotsen deckt damit so vielf√§ltige Themen wie Bildung, Beruf, Kultur, Soziales bis hin zu Einb√ľrgerungsfragen ab. Leitgedanke der individuellen Arbeit der ILOS ist dabei grunds√§tzlich das Prinzip ‚ÄěHilfe zur Selbsthilfe‚Äú.

Aufwandsentschädigung von Integrationslotsen

Integrationslotsen k√∂nnen entsprechend Ihrer T√§tigkeiten eine monatliche Aufwandsentsch√§digung erhalten. Die H√∂he der Aufwandsentsch√§digung kann bis zu 200,00 ‚ā¨ betragen und richtet sich nach dem jeweiligen Aufwand des Lotsen. Dies wird im Rahmen der zu treffenden Vereinbarung abgesprochen.

Informationen & Kontakt:

Sandra Hörnig
Koordinatorin f√ľr Neuzugewanderte und Fl√ľchtlinge
Landkreis Saalekreis
Sozialamt, SG Zuwanderung/Integration
Domstraße 4
06217 Merseburg
Tel:      (03461) 402228
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