• Letztes Update:   28. Juni 2017

Jugendliche diskutieren Probleme und Lösungsvorschläge für demokratisches und tolerantes Miteinander



Am 2. September 2016 fand im Merseburger Jugendzentrum „Mampfe“ die Jugendkonferenz „Ideenreich & vielfältig – Jugend engagiert im Saalekreis“ statt. Eingeladen hatten die Regionale Koordinierungsstelle der Kampagne „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und das Projekt Jugendforum im Netzwerk Weltoffener Saalekreis. Mehr als 30 Jugendliche aus verschiedenen Ecken des Landkreises diskutierten ihre Perspektiven und Ideen in gemeinsamer Runde sowie an unterschiedlichen Thementischen. Dabei wurden konkrete Probleme, Bedarfe und Vorstellungen benannt und der Grundstein für jugendgerechte Aktivitäten und Entwicklungen im Saalekreis gelegt.

 

Viele der Anwesenden engagieren sich bereits im Rahmen der Kampagne „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an Bildungseinrichtungen im Landkreis. Einige der diskutierten Punkte hatten daher einen deutlichen Bezug zum Schulalltag.

Zum Thema Integration an der Schule wurde demnach kritisch diskutiert, dass es an den Schulen insgesamt an Informationen und Aufklärung, aber auch insbesondere an Interesse und Sensibilisierung für die Situation geflüchteter Menschen mangele. Nicht überall gäbe es extra Sprach-Unterricht an den Schulen. Neu angekommene Mitschüler/innen werden demnach oft auch ohne Deutschkenntnisse in den Unterricht gesetzt. So würden die Verständigung und das gegenseitige Kennenlernen zusätzlich schwerfallen. Neuzugewanderte hätten dann in den Schulen wenig Möglichkeiten, sich einzubringen, und der Unterricht sei auch nicht an kulturelle Unterschiede oder sprachliche Hürden angepasst.

Im Rahmen der Jugendkonferenz wurden auch erste Lösungsansätze diskutiert, um mehr Akzeptanz und respektvollen Umgang miteinander zu fördern. So wollen sich Teilnehmende dafür engagieren, Informationsveranstaltungen und Aktionstage für an Schulen zu veranstalten oder Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache und andere Nachhilfe organisieren. Gemeinsame Projekte sollen zudem helfen, sich gegenseitig vorzustellen, kennen zu lernen und sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten auszutauschen.

Als Hemmschuh für ein tolerantes und weltoffenes Miteinander in Schule und Freizeit wurden bei der Konferenz mehrfach rechte Meinungen. Ablehnende Haltungen und Diskriminierungen gegenüber Flüchtlingen aber auch gegenüber hier geborenen Mitschüler/innen, seien häufig an der Tagesordnung. Fehlende Informationen oder wenig Interesse, sich eine „wirklich überlegte“ Meinung zu gesellschaftspolitischen Themen zu bilden, wurden als Ursache festgestellt. Mehr Möglichkeiten zur politischen Bildung und Verständigung über gemeinsame Regeln seien demnach notwendig. Hierzu geeignete Angebote zu entwickeln, haben sich Anwesende der Jugendkonferenz auf die Fahnen geschrieben.

Begegnungsmöglichkeiten in unterschiedlicher Form stellen aus Sicht der Anwesenden eine wichtige Chance dar, Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, und somit gemeinsamen Austausch und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Sowohl der Jugendclub vor Ort, ein Offenes Cafè für Jung & Alt, Sport und andere Freizeitbeschäftigungen, als auch Auslandsklassenfahrten wurden als konkrete Bedarfe angemeldet, um das gesellschaftliche Miteinander zu verbessern.

Insgesamt musste aber auch festgestellt werden, dass es zu wenige Menschen im Umfeld gäbe, die sich verantwortlich fühlen, sich für solche Belange zu engagieren. Zu wenig Zeit und zu wenig Verständnis durch die Lehrer/innen beklagten Anwesende, die sich an ihrer Schule z.B. für die Kampagne „Schule ohne Rassismus“ engagieren. 

Im nächsten Schritt soll zeitnah an den ersten Ideen und Visionen weitergearbeitet werden. Dazu stehen ein Team zur Unterstützung und auch ein eigenes Budget für das Jugend-Netzwerk zur Verfügung. Ende Oktober 2016 wird dazu ein nächster Termin anberaumt. Hier sollen die Projektideen gemeinsam weitergeplant und später praktisch umgesetzt werden.

Wer zwischen 13 und 27 Jahren ist und Interesse hat, im eigenen Umfeld was auf die Beine zu stellen, im Projekt Jugendforum Saalekreis mit anderen zusammen Ideen zu verwirklichen, ist jederzeit herzlich willkommen. Im Jugendforum ist geplant, Jugendliche und junge Erwachsene zu unterstützen, ihre Ideen und Vorstellungen miteinander auszutauschen und umzusetzen, sich gemeinsam für die Interessen Jugendlicher einzusetzen und gesellschaftliche Mitgestaltung ganz praktisch anzupacken. Projektträger ist die Geschichtswerkstatt Merseburg-Saalekreis e.V.

Informationen & Kontakt:
Mail: jugendforum[at]weltoffener-saalekreis.de
Facebook: www.facebook.com/JugendforumSaalekreis
Homepage: www.weltoffener-saalekreis.de